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Kalksinterterrassen

Die Kalksinterterrassen von Pamukkale Türkei


Pamukkale liegt im Südwesten der Türkei knapp 20 km von der Provinzhauptstadt Denizli entfernt. Die weißen Terrassen sind eine der schönsten Naturwunder sowie eine der touristischen Hauptattraktionen der Türkei: sie strahlen regelrecht im weißen Glanz. Warme Thermalquellen sind die Ursache der Kalksinterentstehung, denn ihr Wasser dringt aus dem Erdinneren an die Erdoberfläche, kühlt durch die Lufttemperatur ab, verdunstet teilweise und erstarrt.

 

Kalksteinterrassen in der Türkei

 

Über viele Jahrhunderte entstanden durch diesen Vorgang Kaskaden aus Kalkablagerungen, die an schneebedeckte Berghänge erinnern. Die Namensgebung der Stadt geht auf die dort ansässige Produktion von Baumwolle auf türkisch Pamuk und Burg bzw. Schloss auf türkisch Kale zurück.

 



Diese warmen Thermalquellen waren ausschlaggebend für die Gründung der heute Pamukkale genannten antiken Stadt Hierapolis. Das Gründungsjahr wird auf ca. 190 v. Chr. durch den König Eumenes II von Pergamon datiert. In Hierapolis lebten zur Römerzeit schätzungsweise 100.000 Menschen.

 

Da die Einwohner die Heilkraft der Quellen kannten, bauten sie ein Brunnenhaus - ein so genanntes Nymphäum - dessen Ruine heute noch besichtigt werden kann. Die Ruine ist weiterhin Beweis, dass die römische Badekultur in Kleinasien vor ca. 2000 Jahren Fuß gefasst hatte. Pamukkale mit seinen Kalksinterterrassen entwickelte sich in der Antike zu einem angesehenen Kur- und Badeort.

 

Viele Besucher kamen, um sich im warmen Wasser zu entspannen, sich zu erholen oder Leiden zu lindern bzw. zu kurieren. Insbesondere das gut erhaltene große Amphitheater - geweiht der Göttin Artemis - im Zentrum der Stadt zeugt von der Bedeutung des Kurortes, denn es bot etwa 15.000 Zuschauern Platz.

 

Neben dem antiken Badetourismus florierte Hierapolis durch den Handel mit Marmor sowie mit gefärbter Schafwolle. Die warmen Quellen eigneten sich hervorragend zu diversen Einfärbungen der Wolle. Dennoch birgt die historische Stätte noch viele Geheimnisse - viele antike Bauwerke sind heutzutage mit meterdicken Kalkschichten überzogen - ein Paradies für Archäologen.

Die Kalksinterterrassen von Pamukkale zogen insbesondere in den letzten dreißig Jahren viele tausend Touristen tagtäglich an, so dass das Naturwunder immer mehr an Schönheit und Attraktivität verlor. Die schneeweißen Kalksinterterrassen wirkten abgenutzt und waren teilweise sehr verschmutzt.

 

Um das einmalige Naturschauspiel zu erhalten wurden die Kalksinterterrassen von Pamukkale im Jahr 1997 komplett gesperrt. Hotels, die die 36 Grad warmen Thermalquellen nutzten, wurden geschlossen und abgerissen.

 

 

 

Den Besuchern stehen heutzutage ausgewiesene Gehwege zur Verfügung, die ausschließlich barfuss betreten werden dürfen, sowie ein Thermalbad, um die warmen Quellen mit ihren heilenden Mineralien zu genießen. Bereits seit 1988 gehören die Terrassen zum Weltkulturerbe der UNESCO.

 

Ein Besuch der Kalksinterterrassen von Pamukkale ist ganzjährig attraktiv, da das Wasser im Sommer in diversen Türkistönen schimmert und im Winter dampfende Nebelschwaden aus den Thermalbecken entsteigen.

Unvergesslich sind die Anblicke der Kalksinterterrassen von Pamukkale in der Abendsonne, wenn die Sinterterrassen glutrot leuchten, oder der Mond und die Sterne die Berghänge in eine glänzende Landschaft aus Marmor verwandeln. Das Naturwunder hat zu keiner Zeit an Faszination verloren.

 

 



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