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Das antike Pergamon - heute Bergama


Das antike Pergamon und heute türkische Bergama befindet sich in der westlichen Türkei, ca. 100 km nördlich der Stadt Izmir sowie etwa 30 km von der Küste entfernt. Die heutige Kleinstadt Bergama mit ungefähr 70.000 Einwohnern liegt direkt am Fuße des Stadtberges der antiken Stadt.

Der Gründungszeitraum der antiken Siedlung wird auf das 2. Jahrtausend v. Chr. datiert. Pergamon lag seit Gründung auf einem 300 m hohen Gebirgsausläufer und wurde bis ins 14. Jahrhundert n. Chr. - der späten byzantinischen Zeit - von Stadtmauern in wechselnder Ausdehnung umringt.

 

Zur Römerzeit hingegen dehnte sich Pergamon auch ohne Stadtmauern in der Ebene aus - auf das Gebiet der heutigen Kleinstadt Bergama. Um Pergamon entwickelten sich zahlreiche Siedlungen: die bekannteste Elaia - die Hafenstadt des antiken Pergamon.

 



Die Blütezeit Pergamons ist auf den Zeitraum 281-133 v. Chr. zu datieren als Pergamon von der Attaliden beherrscht wurde. Insbesondere die Brüder Eumenes II. und Attalos II. bauten die Siedlung zu einer prachtvollen Stadt mit bis zu 200.000 Einwohnern aus, dessen Ruinen heute zahlreiche Archäologen und ca. 250.000 Besucher pro Jahr anziehen.

 

Da die Dynastie der Attaliden zu den treuesten Unterstützern Roms zählte, wurde sie seitens Rom mit seleukidischen Gebieten in Kleinasien belohnt. Allerdings starb Attalos III. im Jahr 133 v. Chr. ohne Erben, so dass das Gebiet an die Römer vererbt wurde. Aus dem Vermächtnis der einstigen Siedlung Pergamon entstand und entwickelte sich im Zeitablauf die römische Provinz Asia.

Die heutigen Ruinen und baulichen Überreste beweisen, welchen Schatz Attalos III. den Römern hinterließ. Reichtum und Ruhm wurden genutzt, um Pergamon zu einem bedeutenden Zentrum von Kunst und Wissenschaft auszubauen.

 

Der Legende nach wurde in Pergamon das Pergament aus der Not heraus erfunden, da der Export des Materials Papyrus von den Ptolemäern eingestellt wurde. Die Wissenschaftler des Königreiches Pergamon stellten aus Tierhäuten ein Material her, das sich zum Beschreiben eignen sollte.

 

Der Erfolg stellte sich ein: der Überlieferung nach entwickelte sich im Laufe der Zeit die zweitgrößte Bibliothek der Antike mit ungefähr 200.000 Pergamentrollen - neben der legendären ägyptischen Papyrus-Bibliothek in Alexandria. Das Pergament trat seinen Siegeszug an: es gelangte ins Abendland und Mönche fertigten aus dem neuen Material edle Bücher.

 



Die Besucher der antiken Stadt Pergamon können heutzutage auf einer modernen Straße zu der 330 Meter höher gelegenen Akropolis, dem Burgberg gelangen. Zu besichtigen sind die Überreste des Tempels des Trajan, in der sich die Bibliothek befand, sowie das steilste Theater der Antike, welches ca. 15.000 Menschen Platz bot. Weiterhin sind die Fundamente des legendären Zeus-Altars oder Pergamon-Altars aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. zu bestaunen.

 

Nach Entdeckung der antiken Überreste Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die Ausgrabungen unter deutscher Federführung. Der rekonstruierte Altar steht daher in Berlin, die beauftragten deutschen Archäologen brachten das Bauwerk 1902 ins kaiserliche Deutschland. Sultan Abdulhamid II. gab seine Einwilligung zur Ausfuhr der antiken und für ihn wertlosen Bausteine.

 

Menschendarstellungen in Form von Reliefs und Skulpturen widersprechen den Gesetzen der islamischen Religion, die Steine wären daher von der Bevölkerung vor Ort nur als Baumaterial verwendet worden.

 

 



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